In einem Kloster ist der Tag durch fixe Gebetszeiten geteilt. So bekommt jede Tageszeit ihre Aufmerksamkeit. Und wie sieht das in unserem Alltag aus?

In der Ausgabe Nr. 165 von Abenteuer Philosophie ging es in der Rubrik GesundSEIN um das aktive Erwachen. Und heute stelle ich ein Abendprogramm vor, das den Tag abschliesst und die Ruhephase einleitet. Es dient einerseits der Reflexion dieses Tages und andererseits bildet es eine Basis für den guten, erholsamen Schlaf.

Egal, wie der Tag ausgesehen hat, es ist wichtig, zur Ruhe zu kommen, sich Zeit zu nehmen, zu entspannen. Mit ein paar einfachen Übungen kann das gelingen.

Atemübung

Beim Einatmen bis vier zählen, dann die Luft kurz anhalten, bis zwei zählen und schliesslich bei der Ausatmung bis sechs zählen. Einige Male wiederholen, damit das vegetative Nervensystem langsam zur Ruhe kommt. Diese Übung ist auch eine gute Unterstützung, wenn man nicht einschlafen kann.

Die sitzende Embryohaltung

Auf eine weiche Unterlage knien und den Oberkörper auf die Oberschenkel ablegen. Es darf alles unterstützt werden, was nötig ist, um sich in dieser Position entspannen zu können! Polster unter Knie oder Füsse oder auf die Oberschenkel. Oder unter die Stirn.

Die Arme können seitlich liegen. Alles loslassen und bewusst atmen. Diese Position dehnt den unteren Rücken, entspannt den Körper und die inneren Organe. Solange in dieser Position bleiben, wie es angenehm ist. Es darf nichts wehtun, sonst ist keine Entspannung möglich!

Herabschauende Heldenhaltung

Gleiche Ausgansposition wie vorher: Jetzt werden die Arme so weit wie möglich nach vorne gestreckt, die Knie breiter als vorher. Es darf zu einer Dehnung in den Schultern und dem oberen Rücken kommen. Ein paar Atemzüge lang in dieser Position bleiben und geniessen!

Die liegende Drehung

Dies bezeichnet eine sehr feine Drehhaltung aus der Rückenlage. Die Beine sind aufgestellt und werden zur linken Seite gelegt. Die linke Hand kann das Knie festhalten. Die rechte Schulter bleibt möglichst am Boden, der rechte Arm ist weit zur Seite gestreckt, meist in der Luft. Dehnung ist erwünscht! Einige Atemzüge in dieser Position bleiben und dann auf die andere Seite wechseln.

Danach ist der Körper in einem Ruhemodus – es ist eine gute Zeit, um den Tag Revue passieren zu lassen. Wo bleibt der Geist hängen? Welches Ereignis ist sofort da? Was ist gelungen? Was möchte ich am nächsten Tag besser machen?

Und welche Erfahrung habe ich heute gemacht? Z. B. das Ereignis: Ich habe mich geärgert, weil mir etwas nicht gelungen ist. Die Erfahrung: Geduld mit mir selbst ist gefragt.

Es lohnt sich, Tagebuch zu führen, in dem man das Wesentlichste schriftlich festhalten kann.

Tagebuch schreiben

Das ist ein wichtiges Werkzeug für unsere Entwicklung. Gedanken, die in Form gebracht werden, haben einen bleibenden Platz im Leben. Wenn ich etwas formulieren will, brauche ich Klarheit, ich muss sie in Worte fassen.

Es lohnt sich, zumindest einen Satz als Essenz des Tages niederzuschreiben. Das Tagebuch darf auch besonders schön sein, dem wir unsere Erlebnisse und Ideen anvertrauen!

Und zum Abschluss überlege ich mir, wofür ich heute dankbar bin: drei Dinge und seien sie noch so klein … das gibt auch den nicht so tollen Tagen eine positive Note!

Diese Form der Reflexion ist eine energetische Reinigung. Dann brauche ich all die wirren Gedanken nicht in den Schlaf mitnehmen. Und das ermöglicht ein gutes und schnelles Einschlafen. Denn eine erholsame Nachtruhe ist die perfekte Voraussetzung für einen energiegeladenen Tag!

Von Elisabeth Kober – Artikel aus dem Magazin Abenteuer Philosophie

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